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Rhein Central

Buch

Rhein Central

BBDO Group Germany

Ein Buch über die Metropole Rhein Central – in Telefonbuchstärke und von der BBDO erdacht . Im BBDO-Modell umfasst Rhein Central die Städte Köln, Leverkusen, Düsseldorf und Duisburg. Über 2,8 Millionen Menschen leben hier. Ein Benchmarking von McKinsey ergab, dass die Metropole Rhein Central im globalen und

europäischen Vergleich mit New York, London, Shanghai sowie den Regionen München, Brüssel und Stockholm mithalten könnte.
Konzept und Realisation stammen von Thomas Huber und Nicole Thesen, Texte von Nicole Thesen, Art Direction von Neuschnee. Das Buch war Teil der Ausstellung „RheinRuhrCity“ im NRW-Forum.

Die Progressiven am Rhein. Die Kunstszene Rhein Central.

Rhein Central verfügt über eine einzigartige Kunstszene. Seit 30 Jahren giltRhein Central mit ihrem lebendigen Kunstleben neben der US-MetropoleNew York als führender Ballungsraum in Sachen bildende Kunst. Dichte und Vielfalt der Museen, Akademien, Institute, Ausstellungen undAktivitäten in Rhein Central sind enorm. Mit knapp 400 Museen herrschtin Rhein Central die höchste Museumsdichte der Welt. Auch alsKunsthandelsplatz zählt Rhein Central zu den attraktivsten der Welt. KeineMetropole der Welt genießt mit ihren zahlreichen Künstlern und Künsteneinen solchen internationalen Ruf als Zentrum der Avantgarde.

Kunst-Koloss

„Kunstmetropole Rhein Central“ ist ein Etikett, mit dem sich die Metropole schmücken kann. Und man genießt es, wenn mitunter daslebendige Kunstleben am Rhein mit dem in New York verglichen wird.Das vergangene Jahrhundert hat auf unterschiedlichsten Feldern eineBlüte der Kunst hervorgebracht. Viele bekannte Künstler fühlten undfühlen sich in Rhein Central wohl: Paul Klee, Otto Dix, Gerhard Richter, Jürgen Klauke, L. Fritz Gruber, Markus Lüpertz, Joseph Beuys und vieleandere. Die Kunstproduzenten haben natürlich auch ihren Anteil an dem florierenden Kunstmarkt. Von der erfolgreichen und weltweit ältesten Kunstmesse „Art Cologne“ über die Kölner „Westdeutsche Kunstmesse“, die „Kunst Köln“, die Düsseldorfer „art & antique“ und die erstmals 2001 parallel zu dieser traditionsreichen Kunst- und Antiquitätenschau ausgerichteten Kölner „Antiquariatsmesse“ bis zu unzähligen Galerien reicht das Spektrum. Auch im Bereich der Fotografie ist durch die in Rhein Central beheimatete „photokina“ bereits seit den 1950er-Jahren ein reges Ausstellungswesen entstanden.

Die „Internationale Photoszene Köln“, das erste Fotofestival in Deutschland, förderte die Ausstellungstätigkeit von Galeristen und der freien Szene. Auch hier gibt es zahlreiche international bekannte Größen, die aus Rhein Central hervorgegangen sind. Für frischen Wind und junge Gesichter in der Szene sorgen die Kunsthochschulen in Rhein Central. Zu den weltweit renommiertesten zählt die Düsseldorfer Kunstakademie mit einer Tradition von über 200 Jahren. Die Schüler der Becher-Klasse machen zurzeit weltweit Furore: Andreas Gursky ist der international bekannteste Fotograf der Gegenwart mit Ausstellungen z. B. im Museum of Modern Art New York. Auch andere große Namen wie Wolfgang Tillmanns und Peter Lindbergh stammen aus Rhein Central. Ebenso die Kölner Werkschule, heute der Fachbereich Design der Fachhochschule Köln, zog schon immer Künstler und das Interesse der Öffentlichkeit an. Jürgen Klauke hat hier gelernt. Noch nicht einmal elf Jahre alt ist die Kölner Kunsthochschule für Medien, die erste ihrer Art in Deutschland. Auch sie sorgt dafür, dass Rhein Central kontinuierlich junge Künstler hervorbringt, die Medienkunst auf höchstem Niveau schaffen.

Geschichte der Kunstszene Rhein Central

Ein historischer Zusammenhang der Kunstszene Rhein Central bestehtbereits seit den 1920er-Jahren. Maler, Bildhauer, Grafiker, Dichter, Schriftsteller und Fotografen schlossen sich in Künstlervereinigungen zusammen, die sich von der Berliner Kunstszene abgrenzte und stark von der politischen Gegenbewegung des Rheinlandes gegen den Zentralismus der Reichshauptstadt beeinflusst war. Zu ihr zählten beispielsweise die erste antiakademische Künstlergruppierung „Das Junge Rheinland“, der „Sonderbund westdeutscher Kunstfreunde und Künstler“, der Düsseldorfer „Aktivistenbund“ und der „Rheinbund“, die „Kölner Gesellschaft der Künste“ und der „Duisburger Künstlerbund“. Später kamen die „Rheinische Sezession“, die „Kölner Progressiven“, die „Künstlergruppe Niederrhein“ sowie die „Duisburger Sezession“ hinzu. Sie alle waren Teil der westdeutschen Linksintellektuellenszene nach dem Ersten Weltkrieg, die einen engen Kontakt und Austausch pflegte und sich gemeinschaftlich mit hochrangigen Ausstellungsveranstaltungen und politischen Aktivitäten künstlerisch-literarisch einmischte. Große Namen wie Paul Klee, August Sander, Otto Dix, Alfons Paquet, Anton Räderscheidt, Heinrich Hoerle, Otto Freundlich, auch die Dadaisten Max Ernst und Johannes Theodor Bargeld, die Fotografen Hugo Schmölz und Hannes Maria Flach trafen hier aufeinander.

Sammelbecken der Künste

Dabei war es keine rheinische Gemütlichkeit, die die jungen Künstler am Ende des Ersten Weltkrieges zusammenführte. Es war der Zusammenbruch einer ganzen Welt, das Erlebnis des Krieges, der Wunsch nach einer neuen wahren, ehrlichen Kunst, die sich der Zeit stellen sollte. Das heutige Gebiet Rhein Centrals hatte besonders stark unter den Folgen des verlorenen Krieges zu leiden. Der Verlust nationaler Identität und die Orientierungslosigkeit der damaligen Künstler und Autoren waren Gründe für eine Welle der Solidarität mit der Region auf der Suche nach neuen geistig-seelischen Quellen. Für die Künstlerschaft stellten der Rhein und die Rheinlandschaft die spirituelle Kraftquelle ihrer Kreativität und die zukunftsbestimmende Wunschregion dar. Sie trugen sich mit dem Plan, einen Zusammenschluss der gesamten rheinischen Künstlerschaft zu erreichen. Dabei ging es nie um die Förderung nur einer bestimmten Richtung. Mit der ersten Wanderausstellung 1919 traten Traditionalisten, Dadakünstler, Expressionisten und Neoimpressive gemeinsam an die Öffentlichkeit. 1922 luden die Künstler zum „Ersten Kongress der internationalen fortschrittlichen Künstler“. Hier traf sich die Creme der europäischen Avantgarde. Die im gleichen Jahr vom Jungen Rheinland organisierte erste „InternationaleKunstausstellung“ im Kaufhaus Tietz an der Düsseldorfer Königsallee zeigt die Werke von über 300 Künstlern aus 19 Ländern. 1925 fand das „Erste Treffen rheinischer Dichter“ statt, ebenfalls mit herausragenderResonanz und großem Erfolg. All diese Veranstaltungen demonstrierendas besondere Engagement und den immer stärker werdenden Einflussder damaligen Künstler im heutigen Gebiet Rhein Centrals.

Kristallisationspunkt in dieser Zeit war vor allem die einstige Kaffeestube und die sich nach und nach entwickelnde Kunsthandlung „Das Ey“ um Johanna Ey. „Das Ey“ wurde die rheinische Zentrale der Moderne. Max Ernst hatte hier seine erste Einzelausstellung. Zahlreiche junge Künstler, Kunststudenten und Akademieprofessoren fanden sich bei Johanna Ey ein. Doch auch Laienkünstlerund Antiakademiker fanden hier ihre künstlerische Heimat. Das „Ey“ wurde zu einem Zentrum von Diskussion und künstlerischer Praxis, wie es zuvor in dem Gebiet Rhein Centrals nicht existierte. Das neue rheinische Denken zog sich durch alle Kunstdisziplinen und verstand sich als geistige Erneuerungsbewegung. Vor allem auch die ersten „Kölner Literatur- und Buchwochen“, von Paul Bourfeind 1922 inszeniert, konnten ein Zeichen setzen. Die Dadaistenszene hatte zuvor mit der „Zentrale W/3“ eine eigene regionale Orientierung gegen das Kurfürstentum gesetzt. Es entwickelte sich in allen Teilen Rhein Centrals ein neues Selbstverständnis und Selbstbewusstsein, das auch die späteren Arbeiten der Künstlergruppen prägte, sich bis zur Nachkriegsgeschichte fortsetzte und auch heute noch ihre Heimat im Selbstverständnis der modernen Künstler Rhein Centrals hat.

Keimzelle Rhein Central – Kunst nach der NS-Zeit

Die 12-jährige Diktatur der Nationalsozialisten hatte der bildenden Kunst starke Verluste zugefügt. Die jahrelang gelenkte Kulturpolitik, Ausstellungsverbot und Diskriminierung als entartete Kunst hatten dieKünstler in die totale Isolation und in die Emigration gezwungen. Dennoch begannen nach Kriegsende die künstlerischen Kräfte in Rhein Central wiederzuerwachen. Die Aktivitäten wurden zwar durch die fast vollständige Zerstörung der Galerien an den Rand der Städte gedrängt, dennoch begann sich allmählich wieder eine Galerieszene zu entwickeln. Als erste Galerien traten die Kölner Galerie „Der Spiegel“ und die Düsseldorfer Galerien „Vömel“ und „Nebelung“ wieder in der Kunstszene Rhein Centrals in Erscheinung, in denen bereits ab 1947 regelmäßig Ausstellungen stattfanden. Darüber hinaus fanden erste Kunstausstellungen in provisorisch hergerichteten Räumen statt: Eine der ersten Kunstausstellungen in Rhein Central nach dem Krieg mit Werken von Hoerle, Seiwert und Max Ernst, drei namhaften rheinischenKünstlern der Moderne, fand beispielsweise in der Toilette eines Kölner Brauhauses statt. Im Unterschied zu anderen Kunstlandschaften wie Berlin und München entwickelte sich in Rhein Central eine Kunstszene voller Dichte und Vielfalt.

Ähnlich wie in den 20er-Jahren fanden sich Kunstschaffende zusammen zu mehr oder weniger fest organisierten Gruppen und Ausstellungsgemeinschaften wie der „Rheinischen Künstlergemeinschaft“ oder dem „Rheinisch-Bergischen-Künstlerkreis“. Einige dieser Vereinigungen, wie z. B. die „Rheinische Sezession“, hatten bereits vor 1933 bestanden und fanden nun zur Wiedergründung. Die „Neue Rheinische Sezession“ veranstaltete bereits 1950 ihre erste Jahresausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle. Im Duisburger Teil entstand u. a. 1948 die Künstlervereinigung „Junger Westen“. Auch in der Fotoszene konnte Rhein Central früh wieder entscheidende Akzente setzen. 1951 wurde in Rhein Central die „Deutsche Gesellschaft fürPhotographie“ gegründet. Und bereits ein Jahr zuvor fand in Rhein Central die erste „Photo- und Kinoausstellung“ statt. Die Bilderschau wurde damals von L. Fritz Gruber organisiert. Aus diesen verheißungsvollen Neuanfängen und auch aus den Errungenschaften der Moderne hat sich in Rhein Central eine einzigartige Kunstszene entwickelt. Auch mit der sich ständig erneuernden und erweiternden Gegenwartskunst hat sich das Kunstpotential Rhein Centrals zu einer immer größeren Blüte entfaltet, die heute ihresgleichen sucht.

Buch erhältlich über www.bbdo.de